Umweltminister müssen Wolfsregulierung auf den Weg bringen Verbände fordern deutliche Reduzierung des Wolfsbestandes

(DBV) Anlässlich der Frühjahrs-Umweltministerkonferenz im saarländischen Orscholz fordern Bauernverbände, Landnutzer- und Weidetierhalterverbände die Politik in einer gemeinsamen Erklärung auf, die Naturwiederherstellungsverordnung nur in Kooperation umzusetzen und eine Regulierung des Wolfsbestandes in Deutschland endlich auf den Weg zu bringen.

Der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, hält die europäische Naturwiederherstellungsverordnung mit pauschalen Flächenzielen und ohne klare Priorität für die Kooperation im Naturschutz für rückwärtsgewandt, betont jedoch: „Wir unterstützen das Ziel, die Artenvielfalt zu fördern. Erfolgversprechend ist in der Kulturlandschaft nur ein kooperativer, das Eigentumsrecht sowie die Bewirtschaftungsfreiheit achtender Ansatz im Naturschutz, der die Landnutzer als aktive Partner einbindet.“ Die Verbände fordern zudem eine Wende in der Wolfspolitik.

Die gemeinsame Verbändeerklärung wird im Rahmen einer Kundgebung an die Umweltminister übergeben. Die Erklärung finden Sie HIER.

Mindestlohnerhöhung überschattet positive Aspekte BWV-Präsident Hartelt zu den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen

Wiedereinführung der Agrardiesel-Rückvergütung, Energiesteuerbefreiung für alternative Kraftstoffe, Ablehnung des EU-Bodenüberwachungs-Gesetzes, Bestandsschutz für Neu- und Umbauten von Tierställen, Einführung einer Risikoausgleichsrücklage, Abschaffung der Stoffstrombilanz im Düngegesetz – der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV), Eberhard Hartelt, sieht positive Ansätze im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. „Bei einigen Punkten ist eine Abkehr von politisch motivierten Positionen hin zu einer objektiven, praxisorientierten Bewertung zu erkennen. Das macht uns ein wenig Hoffnung für die zukünftige Agrarpolitik im Land.“

Viele Formulierungen in dem Papier lassen aber großen Interpretationsspielraum und ob es zu einem wirklichen Politikwechsel kommt, wird maßgeblich davon abhängen, wie dieser genutzt wird. Die Koalitionsparteien wollen Wettbewerbsfähigkeit, Ernährungssicherung und Ressourcenschonung gleichermaßen verfolgen. Ein entscheidender Faktor, um dieses Ziel zu erreichen, wird dabei das Agieren des Bundesumweltministeriums sein.

Stark überschattet werden die Verhandlungsergebnisse von der Erhöhung des Mindestlohns auf 15 EUR. Dies führt insbesondere in den handarbeitsintensiven Sonderkulturen Obst-, Gemüse- und Weinbau zu erheblichen Kostensteigerungen. Zu glauben, dass diese durch eine entsprechende Erhöhung der Erzeugerpreise ausgeglichen werden könnten, ist aus Hartelts Sicht vollkommen utopisch: „Viele Obst- und Gemüsesorten werden nicht mehr rentabel angebaut werden können und die zusätzlichen Kosten schlagen sich direkt auf die Einkommen der Betriebe nieder. Wir werden eine Verlagerung von Produktion ins Ausland und Betriebsschließungen erleben.“ Hieran ändert auch die grundsätzlich positive Anpassung der Regelung zur kurzfristigen Beschäftigung auf 90 Tage nichts.

Der BWV fordert daher weiterhin eine Sonderregelung für die Landwirtschaft, wofür sich auch die CDU/CSU in den Verhandlungen eingesetzt hatte. „Wir hoffen, dass die SPD – gerade mit Blick auf ausländische Saisonarbeitskräfte – es doch noch schafft, ihren ideologischen Weg beim Mindestlohn zu verlassen.“

Große Vorsicht ist beim geplanten Naturflächenbedarfsgesetz geboten, das die Ausweisung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie die Vernetzung von Ausgleichsmaßnahmen erleichtern soll. Hier darf es auf keinen Fall dazu kommen, dass landwirtschaftliche Flächen – in einer Art kalten Enteignung – verloren gehen und der Flächenverbrauch noch einmal verschärft wird.

Der BWV-Präsident begrüßt hingegen das eindeutige Bekenntnis zum Pflanzenschutz, die Pläne zur Verbesserung der Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln und das Setzen auf Freiwilligkeit, Anreize und Eigenverantwortung im Bereich Umwelt und Ernährung. Ein für die Winzerinnen und Winzer wichtiges Signal ist die Orientierung der zukünftigen Bundesregierung an den Empfehlungen der Hochrangigen Gruppe der EU zur Zukunft des Weinbaus. Hier kommt es auf eine schnelle Umsetzung an.

Red Farmer – als e.V. in die Zukunft Vereinsgründung nächster Schritt in der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Feuerwehr

Inspiriert von einer Idee des Kreisfeuerwehrverbandes Main-Spessart wurde Red Farmer 2022 in der Südpfalz ins Leben gerufen. Ziel ist die Unterstützung der Feuerwehr durch die Landwirtschaft in größeren Schadenslagen und eine effiziente Koordination dieser Hilfe. Die Initiatoren Thomas Knecht (Landwirt aus Herxheim bei Landau) und Ingo Pfalzgraf (Winzer aus Billigheim-Ingenheim) holten von Beginn an den Landkreis Südliche Weinstraße und den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e. V. (BWV) als Unterstützer ins Boot, dachten aber damals schon größer. Heute, nur zweieinhalb Jahre später, ist Red Farmer eine Erfolgsgeschichte weit über die Kreisgrenze hinaus.

Vor wenigen Wochen folgte die Gründung des Red Farmer e.V. und die Eintragung als gemeinnütziger Verein. 1. Vorsitzender ist Thomas Knecht, Jens Thiele (Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Südliche Weinstraße) ist 2. Vorsitzender, die Aufgaben als Schatzmeister und Schriftführer übernimmt Ingo Pfalzgraf. Ziel des Red Farmer e.V. ist es, das Netzwerk noch bekannter zu machen, den Wirkungskreis weiter auszubauen und das Online-Portal kontinuierlich weiterzuentwickeln. Damit die Erfolgsgeschichte weitergeht, braucht der Verein nicht nur weitere Landwirte und Winzer als Red Farmer, sondern auch neue Netzwerkpartner und finanzielle Mittel. Jede Unterstützung ist willkommen!

Aktuell stehen bundesweit Betriebe aus Landwirtschaft und Weinbau mit mehr als 500 Maschinen für den Ernstfall bereit und haben sich unter dem Dach von Red Farmer mit rund 100 Feuerwehren vernetzt. Bei Wald- und Flächenbränden in unwegsamem Gelände mangelt es den Feuerwehren in ganz Deutschland oftmals an Löschwasser und auch an bestimmten Großgeräten, um eine schnelle und effektive Brandbekämpfung durchführen zu können. Hier kommt das zentrale Online-Portal, das von Red Farmer und dem IT-Dienstleister Arvato Systems entwickelt wurde, ins Spiel: Landwirte und Winzer können sich auf der Website der Red Farmer registrieren. Dort besteht die Möglichkeit, vorhandenen Fahrzeuge und Geräte – zum Beispiel Tankwagen, Zugfahrzeuge und hilfreiche landwirtschaftliche Geräte – mit dem jeweiligen Standort einzutragen. Im Bedarfsfall können die Feuerwehren bzw. Leitstellen diese Informationen abrufen und die Red Farmer vor Ort kontaktieren.

Durch großes persönliches Engagement gelang es den Initiatoren zunächst, Red Farmer in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz auf das ganze Land auszuweiten. 2024 folgte dann der erfolgreiche landesweite Start in Bayern bei einer Auftaktveranstaltung mit dem Bayerischen Bauernverband und dem Landesfeuerwehrverband Bayern. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde Red Farmer mit dem Ehrenamtspreis der Versicherungskammer Stiftung ausgezeichnet. Inzwischen gibt es Anfragen aus der ganzen Republik.

Weitere Informationen und Registrierung:
www.redfarmer.eu  oder  E-Mail: info@redfarmer.eu

Erklärung der deutschen Wirtschaft zu den Koalitionsverhandlungen Gemeinsame Erklärung mit 100 Verbänden

Die deutsche Wirtschaft ist in Sorge. Mehr als 100 Verbände appellieren in einer gemeinsamen Erklärung an die Koalitionäre, die Wirtschaft in den Verhandlungen in den Fokus zu rücken. In den vergangenen Wochen hat sich die wirtschaftliche Lage dramatisch zugespitzt. Handelskonflikte eskalieren, die Inflation steigt, das Wachstum schwächt sich weiter ab – überall verdichten sich die Krisensignale. Inzwischen ist die Arbeitslosigkeit bei der Drei-Millionen-Marke angekommen.

Während die Weltökonomie beständig wächst, verharrt Deutschland in der Rezession. Unternehmen und Betriebe geraten im Standortwettbewerb immer mehr ins Hintertreffen. Unser Land verliert an wirtschaftlicher Stärke. Stärke, die Deutschland braucht, um seinen Wohlstand, seinen sozialen Zusammenhalt und seine Sicherheit zu gewährleisten. Die Fakten sind unbestreitbar, Deutschland steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt, dass diese Krise vor allem hausgemacht ist. Deutschland hat nicht nur ein vorübergehendes, konjunkturelles, sondern insbesondere strukturelle Probleme.

Doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Koalitionsverhandlungen zeigen sich von diesen Entwicklungen scheinbar unbeeindruckt. Ihre bisherigen Zwischenergebnisse sind unzureichend und tragen der sich zuspitzenden Lage in den Unternehmen und Betrieben nicht Rechnung. Was bislang vorliegt, ignoriert in vielen Bereichen die wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Eines ist klar: Schulden allein lösen keine Probleme. Ohne tiefgreifende Reformen wird es keinen nachhaltigen Aufschwung geben. Und nur durch neues wirtschaftliches Wachstum können Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert werden. Jetzt ist daher entschlossenes Handeln gefragt.

Es darf in den Koalitionsverhandlungen nicht darum gehen, wer sich symbolisch durchsetzt. Es kommt vielmehr darauf an, für unser Land die Weichen für mehr Wachstum und Beschäftigung zu stellen. Vor allem in den folgenden Bereichen muss ein Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD deutlich mehr Ambition zeigen, als es bisherige Zwischenstände erwarten lassen:

  • Deutschland nimmt bei der Höhe der Steuerbelastung für Unternehmen und Betriebe mit rund 30 Prozent international eine Spitzenposition ein, was sich zu einem erheblichen Standortnachteil entwickelt hat. Die Steuerbelastung der Unternehmen und Betriebe muss spürbar reduziert werden. Ziel muss es sein, die derzeitige Steuerbelastung der Unternehmen – zumindest schrittweise – auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau von maximal 25 Prozent abzusenken.
  • Die sozialen Sicherungssystememüssen dringend reformiert werden, um sie finanzierbar, zukunftsfest und generationengerecht zu gestalten. Für die Unternehmen und insbesondere lohnintensive Betriebe bedeuten steigende Beitragssätze ein Mehr an Belastung und eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit. Bei den Beschäftigten führen sie zu weniger Netto vom Brutto.
  • Der deutsche Staat muss schneller und effizienter werden. Die künftigen Koalitionspartner müssen dem Abbau von Bürokratielasten für die Wirtschaft höchste Priorität einräumen. Berichts- und Dokumentationspflichten müssen systematisch abgebaut werden. Auch zeitraubende und umständliche Planungs- und Genehmigungsverfahren verhindern Investitionen und bremsen Innovationen in der Wirtschaft. Sämtliche Verfahren müssen über alle Fachgesetze hinweg vereinfacht und verkürzt werden.
  • Hohe Energiekosten sind zu einem wesentlichen Wettbewerbsnachteil der deutschen Wirtschaft geworden. Der Standort Deutschland braucht daher wieder international konkurrenzfähige Energiepreise (Strom, Gas, Wasserstoff) und mehr Versorgungssicherheit. Neben kurzfristigen Maßnahmen zur finanziellen Entlastung der Energieverbraucher sind zudem massive strukturelle Reformen zwingend notwendig, um die Energiekosten dauerhaft zu senken.

Nur wirtschaftliches Wachstum sichert Arbeitsplätze und den sozialen Zusammenhalt. CDU, CSU und SPD müssen sich jetzt für wirksame, strukturelle Reformen entscheiden. Der Standort Deutschland muss dringend wieder attraktiver werden – für Investitionen, für Innovationen und für all jene, die mit unternehmerischem Mut Verantwortung übernehmen. Es muss sich lohnen, in diesem Land ein Unternehmen zu führen. Wenn die künftige Bundesregierung das nicht schnell und konsequent ermöglicht, wird sich der wirtschaftliche Abschwung in den kommenden Jahren nicht mehr aufhalten lassen.

Erklaerung der deutschen Wirtschaft zu den Koalitionsverhandlungen

Unterzeichner: 100 Verbände unter der Koordination von Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Teilnehmende Verbände:
Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)
Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e.V.
Arbeitgeberverband der Cigarettenindustrie e.V.
Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes e.V.
Arbeitgeberverband Pflege e.V.
Arbeitgeberverband Stahl e.V.
BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.
BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar e.V.
Bundesinnung der Hörakustiker (biha)
KdöR Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks
Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks
Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik
Bundesverband Beteiligungskapital e.V.
Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e.V.
Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e. V. (BDL)
Bundesverband der Freien Berufe e.V. (BFB)
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V.
Bundesverband der Systemgastronomie e.V.
Bundesverband Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband)
Bundesverband deutscher Banken e.V.
Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.
Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen
Bundesverband Druck und Medien e.V.
Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz
Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.
Bundesverband Gerüstbau
Bundesverband Glasindustrie e.V.
Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA)
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Keramische Industrie e.V. (BVKI)
Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V. (BVRS)
Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V.
Bundesverbande Baustoffe – Steine und Erden e.V. (bbs)
Bundesvereinigung Bauwirtschaft Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V.
Bundeszahnärztekammer – Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V. (BZÄK)
BVTE | Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse
Der Backzutatenverband (BZV)
Deutsche Geflügelwirtschaft
Deutscher Bauernverband e.V.
Deutscher Boots- und Schiffbauer-Verband e.V.
Deutscher Brauer-Bund e.V.
Deutscher Holz- und Bautenschutzverband e.V.
Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
Deutscher Konditorenbund / Bundesinnungsverband für das Konditorenhandwerk
DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V.
DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.
Die Unternehmensverbände im Lande Bremen e.V.
Familienbetriebe Land und Forst e.V.
FFI Fachverband Faltschachtel-Industrie e.V.
GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V.
Gesamtverband der Personaldienstleister e.V.
Handelsverband Deutschland – HDE Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e.V.
LandBauTechnik Bundesverband e.V.
Markenverband e.V.
Sozialpolitische Arbeitsgemeinschaft Steine und Erden
ULA – Deutscher Führungskräfteverband
Unternehmerverbände Niedersachsen e.V.
VdR – Der Tabakmittelstand
Verband Beratender Ingenieure (VBI)
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Verband der Chemischen Industrie e.V. – VCI
Verband der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI)
Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)
Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS
Verband Deutscher Großbäckereien e.V.
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI)
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände
Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e.V.
Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V.
VKS Verband der Kali- und Salzindustrie e.V.
VU Die Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommern
Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V., Verein der Zuckerindustrie e.V.
Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V. (WSM)
WirtschaftsVereinigung Metalle e.V.
Wirtschaftsvereinigung Stahl Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA)
Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen
Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)
Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. (ZAW)
Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.
Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. (ZDB)
Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks
Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK)
Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik
Zentralverband Raum und Ausstattung / Bundesinnungsverband für das Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschner-Handwerk
Zentralverband Sanitär Heizung Klima
ZVEI e.V. – Verband der Elektro- und Digitalindustrie

Grafik mit politischer Botschaft: „Mutige Strukturreformen für Deutschland – jetzt! Wachstum kommt nicht von allein.“ auf farbigem Farbverlauf-Hintergrund

Neuer Vorsitzender der Bauern und Winzer in Alzey-Worms Florian Schmitt folgt auf Jens Göhring an der Spitze des BWV-Kreisverbandes

Florian Schmitt aus Spiesheim ist neuer Vorsitzender des Kreisverbandes Alzey-Worms im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV). Der 38-jährige wurde bei der Vertreterversammlung am 10. Februar 2025 in Alzey zum Nachfolger von Jens Göhring gewählt, der nicht mehr zur Wahl antrat. Schmitt, der sich schon als Vorsitzender der Landjugend RheinhessenPfalz für den landwirtschaftlichen Berufsstand engagierte, war seit 2019 stellvertretender Kreisvorsitzender und bereits zuvor im Kreisvorstand aktiv. Gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet er einen Gemischtbetrieb mit Ackerbau und Weinbau.

In seinem Amt als stellvertretender Kreisvorsitzender wurde Steffen Lahm (49) aus Nack bestätigt. Zum weiteren Stellvertreter wählten die Landwirte und Winzer Frank Heuchert (34) aus Monzernheim. Darüber hinaus wurden Peter Buschei (Osthofen), Stefan Hahn (Alzey-Dautenheim), Christoph Rößler (Eckelsheim), Niklas Jacob (Wahlheim), Stefan Kolb (Saulheim), Maike Delp (Dittelsheim-Heßloch), Christian Kussel (Wörrstadt) und Markus Zechner (Worms-Heppenheim) in den Kreisvorstand gewählt.

Aus dem Gremium verabschiedet wurden Philip Schnabel (Siefersheim) und Hans-Peter Zimmermann (Gundersheim), der 20 Jahre lang im Kreisvorstand aktiv war. Der bisherige Kreisvorsitzende Göhring, der vor vier Jahren an die Spitze des Kreisverbandes gewählt worden war, wird den Fokus seines Engagements für den Berufsstand stärker auf seine Ämter als Präsident des Weinbauverbandes Rheinhessen und als Vizepräsident des Deutschen Weinbauverbandes e.V. richten. Zudem bleibt er 1. Vizepräsident des BWV.

BWV-Präsident Ökonomierat Eberhard Hartelt, der in Alzey zur politischen Rollenverteilung zwischen Mainz, Berlin und Brüssel referierte, dankte allen, die sich im Sinne der Landwirtschaft und des Weinbaus engagieren. Ohne die ehrenamtlich Aktiven sei keine erfolgreiche Interessenvertretung möglich. Er freue sich daher auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Kreisvorsitzenden und dem gesamten Vorstand.

Gruppenfoto mit dem neuen BWV-Kreisvorsitzenden Florian Schmitt und weiteren Vertretern des Bauern- und Winzerverbands Alzey-Worms
Der neue Kreisvorsitzende Florian Schmitt (r.) mit seinen Stellvertretern Steffen Lahm (l.), und Frank Heuchert (2.v.r.), seinem Amtsvorgänger Jens Göhring (m.) und BWV-Präsident Eberhard Hartelt.

Weinbau und Landwirtschaft brauchen eine Perspektive AgrarWinterTage: Weinmarkt und Bundesregierung im Fokus der politischen Veranstaltungen

(BWV) Mainz. Einen Anbaustopp von Reben in ganz Europa, die Intensivierung der Werbe- und Marketingmaßnahmen für Wein sowie eine bedarfsorientierte Anpassung der bestehenden Förderprogramme – der Präsident des Weinbauverbandes Rheinhessen im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd, Jens Göhring, hat klare Vorstellungen, wie der aktuell schwierigen Lage am Weinmarkt zu begegnen ist. Bei der Jahreshauptversammlung des Weinbauverbandes im Rahmen der AgrarWinterTage in Mainz, erneuerte er seine Forderungen in Gegenwart der rheinland-pfälzischen Weinbauministerin Daniela Schmitt und rief zum aktiven Handeln auf: „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken, wir werden die Herausforderungen, die uns der Weinmarkt gerade beschert, zusammen angehen und meistern!“

Göhring dankte Schmitt für die bereits erfolgte Umsetzung der vom Weinbauverband geforderten Maßnahmen auf Landesebene. Mit Blick auf die notwendige Absenkung der Produktionsmenge habe Rheinland-Pfalz mit der Reduzierung der Neuanpflanzungsrechte auf 0,05 Prozent erste Hausaufgaben gemacht, es sei aber ein vollständiger Anbaustopp in der gesamten EU nötig. Unterstützung erhielt er dafür von Klaus Schneider, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, der darüber hinaus für die zusätzliche Einführung einer sogenannten Rotationsbrache warb, bei der die übergangsweise Rodung von Weinbergen für einen bestimmten Zeitraum mit honorierten Biodiversitätsleistungen kombiniert würde.

Göhring und Schneider waren sich einig, dass es noch Potentiale in der Absatzförderung gebe, mit denen man die Marktanteile deutscher Weine steigern könnte. Um am Markt bestehen und sich gegenüber anderen Regionen abgrenzen zu können, brauche es aber ein klares Profil der Weinanbaugebiete. Dafür forderte Göhring sowohl geeignete Instrumente als auch eine ausreichende Finanzierung für die Schutzgemeinschaften, welche in den jeweiligen Gebieten für die Anforderungen an die Weine mit Herkunftsschutz zuständig sind. Oberste Priorität müssten kurzfristig wirksame Maßnahmen haben. Hierzu gehört aus Göhrings Sicht auch die Flexibilisierung der Förderprogramme für die Weinbaubetriebe. Vorhandene Gelder dürften nicht weiterhin starr an eng definierte Maßnahmen gebunden sein, sondern müssten den Betrieben bedarfsgerecht und an die aktuellen Herausforderungen angepasst zur Verfügung gestellt werden.

Nicht nur mit Blick auf die Zukunft des Weinbaus, sondern der Landwirtschaft insgesamt, müsse es jetzt gemeinsame Anstrengungen von Berufsstand und Politik geben, um den Betrieben und dabei vor allem der jungen Generation eine Perspektive zu bieten.

Diesen Appell griff auch Torsten Krawczyk, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, bei der agrarpolitischen Veranstaltung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd bei den AgrarWinterTagen auf. In seinem Vortrag blickte er zunächst auf die Bauernproteste des vergangenen Jahres zurück. Deren Wirkungen seien nicht zu unterschätzen, aber es müsse auch endlich finanziell in den Betrieben etwas ankommen.

Landwirtschaft in Deutschland braucht laut Krawczyk eine andere Politik. Die zurückliegenden Jahre hätten mit einer Vielzahl von vor allem nationalen politischen Entscheidungen zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt, zu einem Einbruch der Investitionen, zur Verlagerung der landwirtschaftlichen Erzeugung und damit zum Ausstieg vieler Betriebe geführt. Darunter leide auch die Fähigkeit zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Sektors und zur Bewältigung der Herausforderungen rund um Versorgungssicherheit, Klimawandel, Biodiversität und Ressourceneffizienz. Er hoffe, dass die neue Bundesregierung hier einen Kurswechsel vollzieht, bevor es zu spät ist.

Rede auf Bühne Agrarwintertagen vor Publikum

Landjugendgipfel und Landesmitgliederversammlung 2025 Ein Wochenende voller Austausch, Lernen und Gemeinschaft

Am 11. und 12. Januar versammelten sich Landjugendliche aus ganz Rheinhessen und der Pfalz, um am Landjugendgipfel 2025 in der Jugendherberge Altleiningen teilzunehmen. Die Veranstaltung wurde vom Landesverband der Landjugend RheinhessenPfalz organisiert und bot ein vielfältiges Programm aus Workshops, Besichtigungen und Aktivitäten, das den Austausch und die Stärkung der Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellte.

Der Gipfel startete am Samstag mit einem Get-together, bei dem der lockere Austausch und das gegenseitige Kennenlernen der Teilnehmenden im Vordergrund standen. Anschließend folgte der erste Workshop „Schutzkonzepte und Prävention in der Jugendverbandsarbeit“. Dieser behandelte ein sensibles und wichtiges Thema: den Umgang mit sexualisierter Gewalt.  Die Präventionsstelle des Polizeipräsidiums Rheinpfalz gab den Teilnehmenden wertvolle Tipps und Einblicke in Schutzmaßnahmen. Nach der Präsentation der Ergebnisse des Workshops ging es zum gemeinsamen Abendessen in den Rittersaal der Jugendherberge. Der gemütliche Teil des Abends starte anschließend mit einem ausgiebigen Pub-Quiz.

Der zweite Gipfeltag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, gefolgt von einem Morgenimpuls des Bistums Speyer, der die Teilnehmenden auf den Tag einstimmte. In einem Crash-Kurs für Modern Line Dance, der von der Tanzschule Movement aus Eisenberg durchgeführt wurde, hatten die Teilnehmenden viel Spaß und konnten ihre Tanzkünste auffrischen. Im Anschluss ging es für alle zu einer Betriebsbesichtigung auf den Kleinsägmühlerhof in Altleiningen, wo seit vielen Jahren Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen leben und arbeiten. Hier bekamen die Teilnehmenden einen Einblick, wie ökologische Landwirtschaft und das Thema Inklusion verbunden werden kann.

Der Landjugendgipfel 2025 bot eine gelungene Mischung aus Weiterbildung, Inspiration und Gemeinschaft. Die Workshops und die Möglichkeit zu Netzwerken, machten die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmenden. Der Gipfel zeigte einmal mehr, wie wichtig der Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Landjugend für eine starke Zukunft sind. Fazit: Ein bereicherndes Wochenende für die Landjugend!

Am Nachmittag des 12. Januar fand schließlich die alljährliche Mitgliederversammlung der Landjugend RheinhessenPfalz im Sportheim der TuS Altleiningen statt. Etwa 40 Landjugendliche kamen an diesem Nachmittag zusammen, um unter anderem einen neuen ersten Vorsitzenden für den Landesvorstand zu wählen. Neben den Landjugendlichen waren auch einige Ehrengäste angereist. Dazu gehörten Ökonomierat Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Isabel Steinhauer-Theis, Präsidentin des LandFrauenverbandes Pfalz und Maike Delp, stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend. Auch war David Spieß als Vorsitzender des Fördervereins der Landjugend RheinhessenPfalz nach Altleiningen gekommen.

Nach einem Rückblick auf das vergangene Jahr und der Vorstellung des Geschäftsberichts, standen die Wahlen zum ersten Vorsitzenden sowie einer Leitung des Arbeitskreises Jugend & Gesellschaft an. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Tobias Füge aus Bischheim gewählt. Gemeinsam mit der 1. Vorsitzenden Katharina Rößler aus Eckelsheim bildet er das Führungsduo der Landjugend. Der Arbeitskreis Jugend & Gesellschaft wird zukünftig von Marie-Christin Willems aus Dittelsheim-Hessloch geleitet. Damit kann der Landesvorstand nicht nur auf eine erfolgreiches Landjugend-Wochenende zurückblicken, sondern sich auch über das jetzt wieder vollbesetzte Gremium freuen.

Text und Bilder: Landjugend

Landesvorstand Landjugend Rheinhessen Pfalz
Der Landesvorstand der Landjugend RheinhessenPfalz (v.l.n.r.): Nico Hohlreiter, Luis Burgard, Vera Keller, Marie-Christin Willems, Christina Fischer, Kristin Antweiler, Simon Gallé, Maren Kopp, Katharina Rößler, Tobias Füge und Ricarda Günther

Versorgung mit heimischen Grundnahrungsmitteln durch Zikaden gefährdet Bauernverband fordert vom BMEL konkrete Maßnahmen statt Vertröstungen

(DBV) Die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade entwickelt sich zu einer ernsthaften Bedrohung für die Versorgung mit heimischen Grundnahrungsmitteln. Beim jüngst stattgefundenen Runden Tisch im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurden zwar die grundsätzlichen Probleme erkannt, konkrete Zusagen für kurzfristige Maßnahmen blieben jedoch aus. Das Ministerium verwies stattdessen primär auf langfristige Lösungsansätze wie integrierte Züchtung und eine veränderte Fruchtfolgegestaltung.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, kritisiert diese zögerliche Haltung des Ministeriums in aller Deutlichkeit: „Man hat offensichtlich den Ernst der Lage nicht erkannt. Wir brauchen jetzt Lösungen für 2025 und die können kurzfristig nur in der Notfallzulassung von wirksamen Pflanzenschutzmitteln liegen.“

„Die Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs“, warnt Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftlichen Verbandes (RLV) und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rübenbauverbände (ADR). „Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, gefährden wir nicht nur die Zuckerversorgung, sondern durch die Ausbreitung der Zikade auf Kartoffeln und vielen Gemüsekulturen auch die Grundversorgung der Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln. Die Zeit für lange Diskussionen ist nicht vorhanden – wir brauchen jetzt pragmatische Lösungen!“

Die von der Zikade übertragenen Krankheitserreger – ein Stolbur-Erreger sowie ein Proteobakterium – führen bereits jetzt zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten. Allein bei Zuckerrüben stieg die betroffene Fläche von 40.000 Hektar im Jahr 2023 auf mindestens 75.000 Hektar im vergangenen Jahr. Das entspricht etwa 20 Prozent der deutschen Rübenanbaufläche. Besonders betroffen sind die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Auch die Vertreter der Kartoffelbranche wiesen auf die Bedeutung schnellen Handelns hin: Mehr als die Hälfte der in Deutschland erzeugten Kartoffeln wird zu wichtigen Grundnahrungsmitteln verarbeitet. Diese Mengen können nicht durch Importe ersetzt werden. Die vom BMEL ins Feld geführten langfristigen Lösungsansätze seien zwar fachlich korrekt, ignorierten aber die Notwendigkeit kurzfristiger Maßnahmen zur Sicherung der Lebensmittelversorgung aus heimischer Produktion.

Die Branchenverbände haben ihre fachliche Unterstützung zugesagt und treiben bereits eigeninitiativ Forschungsprojekte voran. Sie erwarten nun vom BMEL ein ausgewogenes Maßnahmenpaket, das sowohl kurzfristige als auch langfristige Lösungen umfasst.