Mehr Politikwechsel wagen Deutscher Bauerntag 2025 – Grundsatzrede von DBV-Präsident Joachim Rukwied

(DBV) In seiner Grundsatzrede zum Auftakt des Deutschen Bauerntages 2025 in Berlin bekräftigt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, die dringende Notwendigkeit eines echten Politikwechsels: „Die neue Bundesregierung ist gefordert zu liefern. Tiefgreifende Umbrüche, geopolitische Unsicherheiten sowie der fortschreitende Klimawandel fordern nicht nur unsere Wirtschaft und Gesellschaft heraus – sie verlangen auch von der Politik ein Umdenken und zügiges Handeln. Wir müssen mehr Politikwechsel wagen!“
Entscheidend sei zudem, den Menschen wieder mehr Zuversicht zu geben. „Eine Politik, die zuhört, die Expertise aus der Praxis einbezieht und die Bevölkerung mitnimmt, schafft Vertrauen“, so der Bauernpräsident. „Ohne einen fairen Wettbewerb in der EU bleibt Deutschland kein starker Wirtschaftsstandort“, warnt Rukwied und betont weiter: „Wir Landwirtinnen und Landwirte fordern seit langem einen echten Abbau von Bürokratie sowie eine spürbare Entlastung für unsere Betriebe. Die Flut an Vorschriften und Dokumentationspflichten lähmt Innovation und Investitionsbereitschaft.“
Insbesondere bei den Tierhalterinnen und Tierhaltern sei die Unsicherheit groß. „Wir stehen zur Weiterentwicklung der Tierhaltung – aber dafür braucht es Planungssicherheit, Praktikabilität und eine verlässliche Finanzierung. Wenn der gesellschaftlich gewünschte Umbau der Tierhaltung tatsächlich stattfinden soll, dann muss dieser auch praxistauglich und förderfähig gestaltet werden“, unterstreicht der DBV-Präsident. Die nationalen Alleingänge der Vergangenheit seien laut Rukwied kontraproduktiv. Stattdessen müssten EU-weite Lösungen Vorrang haben.
Auch im Pflanzenbau seien die Herausforderungen aktuell groß. Aufgrund neuer Schaderreger und zunehmendem Extremwetter werden Technologieoffenheit und Innovationen, etwa durch neue Züchtungsmethoden, immer wichtiger. Beim Pflanzenschutz brauche es ein Ende deutscher Sonderwege und eine deutliche Verbesserung der Zulassungsverfahren. Insbesondere für den Sonderkulturbereich seien zudem faire Wettbewerbsbedingungen überlebenswichtig: „Unsere Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe sind bereits jetzt durch hohe Kosten stark belastet. Um die heimische Erzeugung zu erhalten, braucht es dringend eine Sonderregelung beim Mindestlohn für die Landwirtschaft.“
Ein echter Politikwechsel sei laut Rukwied auch auf EU-Ebene erforderlich. „Wir Landwirtinnen und Landwirte sind überzeugte Europäer. Aber wir erwarten auch, dass die EU unsere Landwirtschaft als Rückgrat des ländlichen Raumes ernst nimmt“, so Rukwied. Die geplante Umstrukturierung des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) dürfe die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nicht schwächen. „Die GAP braucht ein starkes, zweckgebundenes und inflationsangepasstes Budget“, fordert der Bauernverbandspräsident. Auch Gesetze wie die EU-Entwaldungsverordnung müssen überarbeitet werden, das Bodenüberwachungsgesetz darf gar nicht erst auf den Weg gebracht werden.
„Wir wollen nicht abwarten, wir wollen gestalten“, stellt Rukwied abschließend klar. Der Berufsstand biete an, noch mehr zu leisten beim Klimaschutz und für den Erhalt der Biodiversität. „Landwirtinnen und Landwirte sind Teil der Lösung – aber die Politik muss uns auch machen lassen“, so Rukwied. Entscheidend für die Landwirtschaft sei, dass endlich kooperative Ansätze anstelle von ordnungspolitischen Auflagen in den Fokus gerückt werden.

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Philipp Blödel verstorben Prägende Persönlichkeit der rheinhessischen Weinwirtschaft

Am 18. Juni 2025 verstarb der ehemalige Vizepräsident des Weinbauverbandes Rheinhessen, Philipp Blödel, im Alter von 87 Jahren. Der Winzer aus Schornsheim setzte sich in zahlreichen Ämtern und Funktionen vorbildlich für seine Berufskollegen ein und hat die Entwicklung der Weinwirtschaft in Rheinhessen maßgeblich mitgestaltet. Beim Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) war er Vorsitzender des Ortsvereins seiner Heimatgemeinde und Mitglied des Kreisvorstandes Alzey-Worms. Beim Weinbauverband Rheinhessen im BWV war er bereits mehr als 10 Jahre im Vorstand aktiv, bevor er im Jahr 1991 zum Vizepräsidenten gewählt wurde. In seiner Amtszeit bis 2001 war er zudem Mitglied im Vorstand des Deutschen Weinbauverbandes e.V. Für sein herausragendes Engagement wurde er mit der Goldenden Ehrennadel des BWV ausgezeichnet.

Aber auch außerhalb des Verbandes war Philipp Blödel für den Berufsstand aktiv. Er war Mitglied im Weinbauausschuss der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, im Rheinhessischen Weinwirtschaftsrat und im Vorstand bei Rheinhessenwein e.V. Als großer Verfechter der gemeinschaftlichen Vermarktung im Weinbau war er Gründungsvorstand der Erzeugergemeinschaft (EZG) Goldenes Rheinhessen im Jahr 1979. Sein Name ist untrennbar mit dem Erfolg der EZG verbunden, die er 24 Jahre auch durch schwierige Zeiten lenkte und stetig zukunftsweisend weiterentwickelte.

Mit Philipp Blödel verliert die Weinwirtschaft in Rheinhessen eine profilierte Persönlichkeit, die in ihrer aktiven Zeit die Interessen der Winzer besonnen, aber mit Konsequenz, Ausdauer und diplomatischem Geschick vertreten hat.

„Politik mit unseren Bauern und Winzern – nicht gegen sie“ BWV-Präsident Hartelt im Austausch mit Johannes Steiniger, MdB

Der neue Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Heimat der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Steiniger, MdB, war zu Gast beim Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV). BWV-Präsident Ökonomierat Eberhard Hartelt empfing Steiniger in der Verbandsgeschäftstelle in Neustadt, im heimischen Wahlkreis des Abgeordneten.

Im Fokus des gemeinsamen Austauschs standen die aktuellen Herausforderungen der Landwirte und Winzer und die agrarpolitische Agenda der Bundesregierung. Eines der Hauptthemen war die drohende Erhöhung des Mindestlohns. Hier hat sich der Agrarsprecher bereits hinter die Forderung des Berufsstandes nach einer Sonderregelung für die Landwirtschaft, insbesondere bei Saisonarbeitskräften, gestellt. Weitere Punkte des Gesprächs waren die Zukunft des Pflanzenschutzes, die aktuelle Situation im Weinbau und Perspektiven für die Tierhaltung.

Lasse man den Mindestlohn außer Acht, gibt es im Koalitionsvertrag aus Sicht des BWV-Präsidenten durchaus positive Aspekte. Bei einigen Punkten sei eine Abkehr von politisch motivierten Positionen hin zu einer objektiven, praxisorientierten Bewertung zu erkennen. Viele Formulierungen in dem Papier lassen aber großen Interpretationsspielraum und ob es zu einem wirklichen Politikwechsel kommt, wird maßgeblich davon abhängen, wie dieser genutzt wird.

Für diesen Politikwechsel will sich Steiniger im Sinne der Landwirtschaft und des Weinbaus einsetzen. Die vergangenen Jahre seien geprägt gewesen von Planlosigkeit, Bürokratiewut und fehlender Perspektive. Der Berufsstand habe das Vertrauen in die Politik verloren, daher brauche es dringend eine Kehrtwende: „Wir machen wieder Politik mit unseren Bauern und Winzern – nicht gegen sie.“

EU-Wasserstrategie: Grundansatz stimmt DBV-Umweltbeauftragter Hartelt betont Wassereffizienz der deutschen Landwirtschaft

(DBV) Der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, erkennt den Ansatz der EU-Wasserstrategie an: „Statt weiterer Regulierung setzt die Strategie auf Kooperation und Förderung, ein richtiger Schritt vor dem Hintergrund des bereits vorhandenen hohen Regelungsniveaus zur Ressource Wasser.“

Der Deutsche Bauernverband fordert eine Priorisierung der Landwirtschaft bei der Wassernutzung zur Ernährungssicherung. Für die Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen und zur Versorgung von Tieren muss der Landwirtschaft neben der Trinkwasserversorgung oberste Priorität in der Wassernutzung eingeräumt werden.

In Bezug auf die Ressource Wasser wirtschaftet die deutsche Landwirtschaft schon heute besonders nachhaltig. „Der Anteil der Landwirtschaft an der Nutzung von Wasser ist in Deutschland sehr gering, im Wesentlichen wachsen die landwirtschaftlichen Kulturen ohne zusätzliche Bewässerung über Regenwasser“, resümiert Hartelt.

Die deutsche Landwirtschaft nutzt nur 2,2 Prozent der ca. 20 Mrd. Kubikmeter umfassenden hiesigen Wasserentnahme zur Beregnung von Kulturen oder als Trinkwasser in der Tierhaltung. Mit rund 500.000 ha werden zudem nur rund 3 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche tatsächlich bewässert.

Umweltminister müssen Wolfsregulierung auf den Weg bringen Verbände fordern deutliche Reduzierung des Wolfsbestandes

(DBV) Anlässlich der Frühjahrs-Umweltministerkonferenz im saarländischen Orscholz fordern Bauernverbände, Landnutzer- und Weidetierhalterverbände die Politik in einer gemeinsamen Erklärung auf, die Naturwiederherstellungsverordnung nur in Kooperation umzusetzen und eine Regulierung des Wolfsbestandes in Deutschland endlich auf den Weg zu bringen.

Der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, hält die europäische Naturwiederherstellungsverordnung mit pauschalen Flächenzielen und ohne klare Priorität für die Kooperation im Naturschutz für rückwärtsgewandt, betont jedoch: „Wir unterstützen das Ziel, die Artenvielfalt zu fördern. Erfolgversprechend ist in der Kulturlandschaft nur ein kooperativer, das Eigentumsrecht sowie die Bewirtschaftungsfreiheit achtender Ansatz im Naturschutz, der die Landnutzer als aktive Partner einbindet.“ Die Verbände fordern zudem eine Wende in der Wolfspolitik.

Die gemeinsame Verbändeerklärung wird im Rahmen einer Kundgebung an die Umweltminister übergeben. Die Erklärung finden Sie HIER.

Mindestlohnerhöhung überschattet positive Aspekte BWV-Präsident Hartelt zu den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen

Wiedereinführung der Agrardiesel-Rückvergütung, Energiesteuerbefreiung für alternative Kraftstoffe, Ablehnung des EU-Bodenüberwachungs-Gesetzes, Bestandsschutz für Neu- und Umbauten von Tierställen, Einführung einer Risikoausgleichsrücklage, Abschaffung der Stoffstrombilanz im Düngegesetz – der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV), Eberhard Hartelt, sieht positive Ansätze im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. „Bei einigen Punkten ist eine Abkehr von politisch motivierten Positionen hin zu einer objektiven, praxisorientierten Bewertung zu erkennen. Das macht uns ein wenig Hoffnung für die zukünftige Agrarpolitik im Land.“

Viele Formulierungen in dem Papier lassen aber großen Interpretationsspielraum und ob es zu einem wirklichen Politikwechsel kommt, wird maßgeblich davon abhängen, wie dieser genutzt wird. Die Koalitionsparteien wollen Wettbewerbsfähigkeit, Ernährungssicherung und Ressourcenschonung gleichermaßen verfolgen. Ein entscheidender Faktor, um dieses Ziel zu erreichen, wird dabei das Agieren des Bundesumweltministeriums sein.

Stark überschattet werden die Verhandlungsergebnisse von der Erhöhung des Mindestlohns auf 15 EUR. Dies führt insbesondere in den handarbeitsintensiven Sonderkulturen Obst-, Gemüse- und Weinbau zu erheblichen Kostensteigerungen. Zu glauben, dass diese durch eine entsprechende Erhöhung der Erzeugerpreise ausgeglichen werden könnten, ist aus Hartelts Sicht vollkommen utopisch: „Viele Obst- und Gemüsesorten werden nicht mehr rentabel angebaut werden können und die zusätzlichen Kosten schlagen sich direkt auf die Einkommen der Betriebe nieder. Wir werden eine Verlagerung von Produktion ins Ausland und Betriebsschließungen erleben.“ Hieran ändert auch die grundsätzlich positive Anpassung der Regelung zur kurzfristigen Beschäftigung auf 90 Tage nichts.

Der BWV fordert daher weiterhin eine Sonderregelung für die Landwirtschaft, wofür sich auch die CDU/CSU in den Verhandlungen eingesetzt hatte. „Wir hoffen, dass die SPD – gerade mit Blick auf ausländische Saisonarbeitskräfte – es doch noch schafft, ihren ideologischen Weg beim Mindestlohn zu verlassen.“

Große Vorsicht ist beim geplanten Naturflächenbedarfsgesetz geboten, das die Ausweisung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie die Vernetzung von Ausgleichsmaßnahmen erleichtern soll. Hier darf es auf keinen Fall dazu kommen, dass landwirtschaftliche Flächen – in einer Art kalten Enteignung – verloren gehen und der Flächenverbrauch noch einmal verschärft wird.

Der BWV-Präsident begrüßt hingegen das eindeutige Bekenntnis zum Pflanzenschutz, die Pläne zur Verbesserung der Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln und das Setzen auf Freiwilligkeit, Anreize und Eigenverantwortung im Bereich Umwelt und Ernährung. Ein für die Winzerinnen und Winzer wichtiges Signal ist die Orientierung der zukünftigen Bundesregierung an den Empfehlungen der Hochrangigen Gruppe der EU zur Zukunft des Weinbaus. Hier kommt es auf eine schnelle Umsetzung an.

Red Farmer – als e.V. in die Zukunft Vereinsgründung nächster Schritt in der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Feuerwehr

Inspiriert von einer Idee des Kreisfeuerwehrverbandes Main-Spessart wurde Red Farmer 2022 in der Südpfalz ins Leben gerufen. Ziel ist die Unterstützung der Feuerwehr durch die Landwirtschaft in größeren Schadenslagen und eine effiziente Koordination dieser Hilfe. Die Initiatoren Thomas Knecht (Landwirt aus Herxheim bei Landau) und Ingo Pfalzgraf (Winzer aus Billigheim-Ingenheim) holten von Beginn an den Landkreis Südliche Weinstraße und den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e. V. (BWV) als Unterstützer ins Boot, dachten aber damals schon größer. Heute, nur zweieinhalb Jahre später, ist Red Farmer eine Erfolgsgeschichte weit über die Kreisgrenze hinaus.

Vor wenigen Wochen folgte die Gründung des Red Farmer e.V. und die Eintragung als gemeinnütziger Verein. 1. Vorsitzender ist Thomas Knecht, Jens Thiele (Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Südliche Weinstraße) ist 2. Vorsitzender, die Aufgaben als Schatzmeister und Schriftführer übernimmt Ingo Pfalzgraf. Ziel des Red Farmer e.V. ist es, das Netzwerk noch bekannter zu machen, den Wirkungskreis weiter auszubauen und das Online-Portal kontinuierlich weiterzuentwickeln. Damit die Erfolgsgeschichte weitergeht, braucht der Verein nicht nur weitere Landwirte und Winzer als Red Farmer, sondern auch neue Netzwerkpartner und finanzielle Mittel. Jede Unterstützung ist willkommen!

Aktuell stehen bundesweit Betriebe aus Landwirtschaft und Weinbau mit mehr als 500 Maschinen für den Ernstfall bereit und haben sich unter dem Dach von Red Farmer mit rund 100 Feuerwehren vernetzt. Bei Wald- und Flächenbränden in unwegsamem Gelände mangelt es den Feuerwehren in ganz Deutschland oftmals an Löschwasser und auch an bestimmten Großgeräten, um eine schnelle und effektive Brandbekämpfung durchführen zu können. Hier kommt das zentrale Online-Portal, das von Red Farmer und dem IT-Dienstleister Arvato Systems entwickelt wurde, ins Spiel: Landwirte und Winzer können sich auf der Website der Red Farmer registrieren. Dort besteht die Möglichkeit, vorhandenen Fahrzeuge und Geräte – zum Beispiel Tankwagen, Zugfahrzeuge und hilfreiche landwirtschaftliche Geräte – mit dem jeweiligen Standort einzutragen. Im Bedarfsfall können die Feuerwehren bzw. Leitstellen diese Informationen abrufen und die Red Farmer vor Ort kontaktieren.

Durch großes persönliches Engagement gelang es den Initiatoren zunächst, Red Farmer in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz auf das ganze Land auszuweiten. 2024 folgte dann der erfolgreiche landesweite Start in Bayern bei einer Auftaktveranstaltung mit dem Bayerischen Bauernverband und dem Landesfeuerwehrverband Bayern. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde Red Farmer mit dem Ehrenamtspreis der Versicherungskammer Stiftung ausgezeichnet. Inzwischen gibt es Anfragen aus der ganzen Republik.

Weitere Informationen und Registrierung:
www.redfarmer.eu  oder  E-Mail: info@redfarmer.eu

Erklärung der deutschen Wirtschaft zu den Koalitionsverhandlungen Gemeinsame Erklärung mit 100 Verbänden

Die deutsche Wirtschaft ist in Sorge. Mehr als 100 Verbände appellieren in einer gemeinsamen Erklärung an die Koalitionäre, die Wirtschaft in den Verhandlungen in den Fokus zu rücken. In den vergangenen Wochen hat sich die wirtschaftliche Lage dramatisch zugespitzt. Handelskonflikte eskalieren, die Inflation steigt, das Wachstum schwächt sich weiter ab – überall verdichten sich die Krisensignale. Inzwischen ist die Arbeitslosigkeit bei der Drei-Millionen-Marke angekommen.

Während die Weltökonomie beständig wächst, verharrt Deutschland in der Rezession. Unternehmen und Betriebe geraten im Standortwettbewerb immer mehr ins Hintertreffen. Unser Land verliert an wirtschaftlicher Stärke. Stärke, die Deutschland braucht, um seinen Wohlstand, seinen sozialen Zusammenhalt und seine Sicherheit zu gewährleisten. Die Fakten sind unbestreitbar, Deutschland steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt, dass diese Krise vor allem hausgemacht ist. Deutschland hat nicht nur ein vorübergehendes, konjunkturelles, sondern insbesondere strukturelle Probleme.

Doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Koalitionsverhandlungen zeigen sich von diesen Entwicklungen scheinbar unbeeindruckt. Ihre bisherigen Zwischenergebnisse sind unzureichend und tragen der sich zuspitzenden Lage in den Unternehmen und Betrieben nicht Rechnung. Was bislang vorliegt, ignoriert in vielen Bereichen die wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Eines ist klar: Schulden allein lösen keine Probleme. Ohne tiefgreifende Reformen wird es keinen nachhaltigen Aufschwung geben. Und nur durch neues wirtschaftliches Wachstum können Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert werden. Jetzt ist daher entschlossenes Handeln gefragt.

Es darf in den Koalitionsverhandlungen nicht darum gehen, wer sich symbolisch durchsetzt. Es kommt vielmehr darauf an, für unser Land die Weichen für mehr Wachstum und Beschäftigung zu stellen. Vor allem in den folgenden Bereichen muss ein Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD deutlich mehr Ambition zeigen, als es bisherige Zwischenstände erwarten lassen:

  • Deutschland nimmt bei der Höhe der Steuerbelastung für Unternehmen und Betriebe mit rund 30 Prozent international eine Spitzenposition ein, was sich zu einem erheblichen Standortnachteil entwickelt hat. Die Steuerbelastung der Unternehmen und Betriebe muss spürbar reduziert werden. Ziel muss es sein, die derzeitige Steuerbelastung der Unternehmen – zumindest schrittweise – auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau von maximal 25 Prozent abzusenken.
  • Die sozialen Sicherungssystememüssen dringend reformiert werden, um sie finanzierbar, zukunftsfest und generationengerecht zu gestalten. Für die Unternehmen und insbesondere lohnintensive Betriebe bedeuten steigende Beitragssätze ein Mehr an Belastung und eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit. Bei den Beschäftigten führen sie zu weniger Netto vom Brutto.
  • Der deutsche Staat muss schneller und effizienter werden. Die künftigen Koalitionspartner müssen dem Abbau von Bürokratielasten für die Wirtschaft höchste Priorität einräumen. Berichts- und Dokumentationspflichten müssen systematisch abgebaut werden. Auch zeitraubende und umständliche Planungs- und Genehmigungsverfahren verhindern Investitionen und bremsen Innovationen in der Wirtschaft. Sämtliche Verfahren müssen über alle Fachgesetze hinweg vereinfacht und verkürzt werden.
  • Hohe Energiekosten sind zu einem wesentlichen Wettbewerbsnachteil der deutschen Wirtschaft geworden. Der Standort Deutschland braucht daher wieder international konkurrenzfähige Energiepreise (Strom, Gas, Wasserstoff) und mehr Versorgungssicherheit. Neben kurzfristigen Maßnahmen zur finanziellen Entlastung der Energieverbraucher sind zudem massive strukturelle Reformen zwingend notwendig, um die Energiekosten dauerhaft zu senken.

Nur wirtschaftliches Wachstum sichert Arbeitsplätze und den sozialen Zusammenhalt. CDU, CSU und SPD müssen sich jetzt für wirksame, strukturelle Reformen entscheiden. Der Standort Deutschland muss dringend wieder attraktiver werden – für Investitionen, für Innovationen und für all jene, die mit unternehmerischem Mut Verantwortung übernehmen. Es muss sich lohnen, in diesem Land ein Unternehmen zu führen. Wenn die künftige Bundesregierung das nicht schnell und konsequent ermöglicht, wird sich der wirtschaftliche Abschwung in den kommenden Jahren nicht mehr aufhalten lassen.

Erklaerung der deutschen Wirtschaft zu den Koalitionsverhandlungen

Unterzeichner: 100 Verbände unter der Koordination von Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Teilnehmende Verbände:
Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)
Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e.V.
Arbeitgeberverband der Cigarettenindustrie e.V.
Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes e.V.
Arbeitgeberverband Pflege e.V.
Arbeitgeberverband Stahl e.V.
BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.
BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar e.V.
Bundesinnung der Hörakustiker (biha)
KdöR Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks
Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks
Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik
Bundesverband Beteiligungskapital e.V.
Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e.V.
Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e. V. (BDL)
Bundesverband der Freien Berufe e.V. (BFB)
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V.
Bundesverband der Systemgastronomie e.V.
Bundesverband Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband)
Bundesverband deutscher Banken e.V.
Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.
Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen
Bundesverband Druck und Medien e.V.
Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz
Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.
Bundesverband Gerüstbau
Bundesverband Glasindustrie e.V.
Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA)
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Keramische Industrie e.V. (BVKI)
Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V. (BVRS)
Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V.
Bundesverbande Baustoffe – Steine und Erden e.V. (bbs)
Bundesvereinigung Bauwirtschaft Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V.
Bundeszahnärztekammer – Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V. (BZÄK)
BVTE | Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse
Der Backzutatenverband (BZV)
Deutsche Geflügelwirtschaft
Deutscher Bauernverband e.V.
Deutscher Boots- und Schiffbauer-Verband e.V.
Deutscher Brauer-Bund e.V.
Deutscher Holz- und Bautenschutzverband e.V.
Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
Deutscher Konditorenbund / Bundesinnungsverband für das Konditorenhandwerk
DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V.
DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.
Die Unternehmensverbände im Lande Bremen e.V.
Familienbetriebe Land und Forst e.V.
FFI Fachverband Faltschachtel-Industrie e.V.
GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V.
Gesamtverband der Personaldienstleister e.V.
Handelsverband Deutschland – HDE Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e.V.
LandBauTechnik Bundesverband e.V.
Markenverband e.V.
Sozialpolitische Arbeitsgemeinschaft Steine und Erden
ULA – Deutscher Führungskräfteverband
Unternehmerverbände Niedersachsen e.V.
VdR – Der Tabakmittelstand
Verband Beratender Ingenieure (VBI)
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Verband der Chemischen Industrie e.V. – VCI
Verband der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI)
Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)
Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS
Verband Deutscher Großbäckereien e.V.
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI)
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände
Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e.V.
Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V.
VKS Verband der Kali- und Salzindustrie e.V.
VU Die Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommern
Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V., Verein der Zuckerindustrie e.V.
Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V. (WSM)
WirtschaftsVereinigung Metalle e.V.
Wirtschaftsvereinigung Stahl Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA)
Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen
Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)
Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. (ZAW)
Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.
Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. (ZDB)
Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks
Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK)
Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik
Zentralverband Raum und Ausstattung / Bundesinnungsverband für das Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschner-Handwerk
Zentralverband Sanitär Heizung Klima
ZVEI e.V. – Verband der Elektro- und Digitalindustrie

Grafik mit politischer Botschaft: „Mutige Strukturreformen für Deutschland – jetzt! Wachstum kommt nicht von allein.“ auf farbigem Farbverlauf-Hintergrund