Neuer Vorsitzender der Bauern und Winzer in Alzey-Worms Florian Schmitt folgt auf Jens Göhring an der Spitze des BWV-Kreisverbandes

Florian Schmitt aus Spiesheim ist neuer Vorsitzender des Kreisverbandes Alzey-Worms im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV). Der 38-jährige wurde bei der Vertreterversammlung am 10. Februar 2025 in Alzey zum Nachfolger von Jens Göhring gewählt, der nicht mehr zur Wahl antrat. Schmitt, der sich schon als Vorsitzender der Landjugend RheinhessenPfalz für den landwirtschaftlichen Berufsstand engagierte, war seit 2019 stellvertretender Kreisvorsitzender und bereits zuvor im Kreisvorstand aktiv. Gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet er einen Gemischtbetrieb mit Ackerbau und Weinbau.

In seinem Amt als stellvertretender Kreisvorsitzender wurde Steffen Lahm (49) aus Nack bestätigt. Zum weiteren Stellvertreter wählten die Landwirte und Winzer Frank Heuchert (34) aus Monzernheim. Darüber hinaus wurden Peter Buschei (Osthofen), Stefan Hahn (Alzey-Dautenheim), Christoph Rößler (Eckelsheim), Niklas Jacob (Wahlheim), Stefan Kolb (Saulheim), Maike Delp (Dittelsheim-Heßloch), Christian Kussel (Wörrstadt) und Markus Zechner (Worms-Heppenheim) in den Kreisvorstand gewählt.

Aus dem Gremium verabschiedet wurden Philip Schnabel (Siefersheim) und Hans-Peter Zimmermann (Gundersheim), der 20 Jahre lang im Kreisvorstand aktiv war. Der bisherige Kreisvorsitzende Göhring, der vor vier Jahren an die Spitze des Kreisverbandes gewählt worden war, wird den Fokus seines Engagements für den Berufsstand stärker auf seine Ämter als Präsident des Weinbauverbandes Rheinhessen und als Vizepräsident des Deutschen Weinbauverbandes e.V. richten. Zudem bleibt er 1. Vizepräsident des BWV.

BWV-Präsident Ökonomierat Eberhard Hartelt, der in Alzey zur politischen Rollenverteilung zwischen Mainz, Berlin und Brüssel referierte, dankte allen, die sich im Sinne der Landwirtschaft und des Weinbaus engagieren. Ohne die ehrenamtlich Aktiven sei keine erfolgreiche Interessenvertretung möglich. Er freue sich daher auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Kreisvorsitzenden und dem gesamten Vorstand.

Gruppenfoto mit dem neuen BWV-Kreisvorsitzenden Florian Schmitt und weiteren Vertretern des Bauern- und Winzerverbands Alzey-Worms
Der neue Kreisvorsitzende Florian Schmitt (r.) mit seinen Stellvertretern Steffen Lahm (l.), und Frank Heuchert (2.v.r.), seinem Amtsvorgänger Jens Göhring (m.) und BWV-Präsident Eberhard Hartelt.

Weinbau und Landwirtschaft brauchen eine Perspektive AgrarWinterTage: Weinmarkt und Bundesregierung im Fokus der politischen Veranstaltungen

(BWV) Mainz. Einen Anbaustopp von Reben in ganz Europa, die Intensivierung der Werbe- und Marketingmaßnahmen für Wein sowie eine bedarfsorientierte Anpassung der bestehenden Förderprogramme – der Präsident des Weinbauverbandes Rheinhessen im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd, Jens Göhring, hat klare Vorstellungen, wie der aktuell schwierigen Lage am Weinmarkt zu begegnen ist. Bei der Jahreshauptversammlung des Weinbauverbandes im Rahmen der AgrarWinterTage in Mainz, erneuerte er seine Forderungen in Gegenwart der rheinland-pfälzischen Weinbauministerin Daniela Schmitt und rief zum aktiven Handeln auf: „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken, wir werden die Herausforderungen, die uns der Weinmarkt gerade beschert, zusammen angehen und meistern!“

Göhring dankte Schmitt für die bereits erfolgte Umsetzung der vom Weinbauverband geforderten Maßnahmen auf Landesebene. Mit Blick auf die notwendige Absenkung der Produktionsmenge habe Rheinland-Pfalz mit der Reduzierung der Neuanpflanzungsrechte auf 0,05 Prozent erste Hausaufgaben gemacht, es sei aber ein vollständiger Anbaustopp in der gesamten EU nötig. Unterstützung erhielt er dafür von Klaus Schneider, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, der darüber hinaus für die zusätzliche Einführung einer sogenannten Rotationsbrache warb, bei der die übergangsweise Rodung von Weinbergen für einen bestimmten Zeitraum mit honorierten Biodiversitätsleistungen kombiniert würde.

Göhring und Schneider waren sich einig, dass es noch Potentiale in der Absatzförderung gebe, mit denen man die Marktanteile deutscher Weine steigern könnte. Um am Markt bestehen und sich gegenüber anderen Regionen abgrenzen zu können, brauche es aber ein klares Profil der Weinanbaugebiete. Dafür forderte Göhring sowohl geeignete Instrumente als auch eine ausreichende Finanzierung für die Schutzgemeinschaften, welche in den jeweiligen Gebieten für die Anforderungen an die Weine mit Herkunftsschutz zuständig sind. Oberste Priorität müssten kurzfristig wirksame Maßnahmen haben. Hierzu gehört aus Göhrings Sicht auch die Flexibilisierung der Förderprogramme für die Weinbaubetriebe. Vorhandene Gelder dürften nicht weiterhin starr an eng definierte Maßnahmen gebunden sein, sondern müssten den Betrieben bedarfsgerecht und an die aktuellen Herausforderungen angepasst zur Verfügung gestellt werden.

Nicht nur mit Blick auf die Zukunft des Weinbaus, sondern der Landwirtschaft insgesamt, müsse es jetzt gemeinsame Anstrengungen von Berufsstand und Politik geben, um den Betrieben und dabei vor allem der jungen Generation eine Perspektive zu bieten.

Diesen Appell griff auch Torsten Krawczyk, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, bei der agrarpolitischen Veranstaltung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd bei den AgrarWinterTagen auf. In seinem Vortrag blickte er zunächst auf die Bauernproteste des vergangenen Jahres zurück. Deren Wirkungen seien nicht zu unterschätzen, aber es müsse auch endlich finanziell in den Betrieben etwas ankommen.

Landwirtschaft in Deutschland braucht laut Krawczyk eine andere Politik. Die zurückliegenden Jahre hätten mit einer Vielzahl von vor allem nationalen politischen Entscheidungen zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt, zu einem Einbruch der Investitionen, zur Verlagerung der landwirtschaftlichen Erzeugung und damit zum Ausstieg vieler Betriebe geführt. Darunter leide auch die Fähigkeit zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Sektors und zur Bewältigung der Herausforderungen rund um Versorgungssicherheit, Klimawandel, Biodiversität und Ressourceneffizienz. Er hoffe, dass die neue Bundesregierung hier einen Kurswechsel vollzieht, bevor es zu spät ist.

Rede auf Bühne Agrarwintertagen vor Publikum

Landjugendgipfel und Landesmitgliederversammlung 2025 Ein Wochenende voller Austausch, Lernen und Gemeinschaft

Am 11. und 12. Januar versammelten sich Landjugendliche aus ganz Rheinhessen und der Pfalz, um am Landjugendgipfel 2025 in der Jugendherberge Altleiningen teilzunehmen. Die Veranstaltung wurde vom Landesverband der Landjugend RheinhessenPfalz organisiert und bot ein vielfältiges Programm aus Workshops, Besichtigungen und Aktivitäten, das den Austausch und die Stärkung der Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellte.

Der Gipfel startete am Samstag mit einem Get-together, bei dem der lockere Austausch und das gegenseitige Kennenlernen der Teilnehmenden im Vordergrund standen. Anschließend folgte der erste Workshop „Schutzkonzepte und Prävention in der Jugendverbandsarbeit“. Dieser behandelte ein sensibles und wichtiges Thema: den Umgang mit sexualisierter Gewalt.  Die Präventionsstelle des Polizeipräsidiums Rheinpfalz gab den Teilnehmenden wertvolle Tipps und Einblicke in Schutzmaßnahmen. Nach der Präsentation der Ergebnisse des Workshops ging es zum gemeinsamen Abendessen in den Rittersaal der Jugendherberge. Der gemütliche Teil des Abends starte anschließend mit einem ausgiebigen Pub-Quiz.

Der zweite Gipfeltag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, gefolgt von einem Morgenimpuls des Bistums Speyer, der die Teilnehmenden auf den Tag einstimmte. In einem Crash-Kurs für Modern Line Dance, der von der Tanzschule Movement aus Eisenberg durchgeführt wurde, hatten die Teilnehmenden viel Spaß und konnten ihre Tanzkünste auffrischen. Im Anschluss ging es für alle zu einer Betriebsbesichtigung auf den Kleinsägmühlerhof in Altleiningen, wo seit vielen Jahren Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen leben und arbeiten. Hier bekamen die Teilnehmenden einen Einblick, wie ökologische Landwirtschaft und das Thema Inklusion verbunden werden kann.

Der Landjugendgipfel 2025 bot eine gelungene Mischung aus Weiterbildung, Inspiration und Gemeinschaft. Die Workshops und die Möglichkeit zu Netzwerken, machten die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmenden. Der Gipfel zeigte einmal mehr, wie wichtig der Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Landjugend für eine starke Zukunft sind. Fazit: Ein bereicherndes Wochenende für die Landjugend!

Am Nachmittag des 12. Januar fand schließlich die alljährliche Mitgliederversammlung der Landjugend RheinhessenPfalz im Sportheim der TuS Altleiningen statt. Etwa 40 Landjugendliche kamen an diesem Nachmittag zusammen, um unter anderem einen neuen ersten Vorsitzenden für den Landesvorstand zu wählen. Neben den Landjugendlichen waren auch einige Ehrengäste angereist. Dazu gehörten Ökonomierat Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Isabel Steinhauer-Theis, Präsidentin des LandFrauenverbandes Pfalz und Maike Delp, stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend. Auch war David Spieß als Vorsitzender des Fördervereins der Landjugend RheinhessenPfalz nach Altleiningen gekommen.

Nach einem Rückblick auf das vergangene Jahr und der Vorstellung des Geschäftsberichts, standen die Wahlen zum ersten Vorsitzenden sowie einer Leitung des Arbeitskreises Jugend & Gesellschaft an. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Tobias Füge aus Bischheim gewählt. Gemeinsam mit der 1. Vorsitzenden Katharina Rößler aus Eckelsheim bildet er das Führungsduo der Landjugend. Der Arbeitskreis Jugend & Gesellschaft wird zukünftig von Marie-Christin Willems aus Dittelsheim-Hessloch geleitet. Damit kann der Landesvorstand nicht nur auf eine erfolgreiches Landjugend-Wochenende zurückblicken, sondern sich auch über das jetzt wieder vollbesetzte Gremium freuen.

Text und Bilder: Landjugend

Landesvorstand Landjugend Rheinhessen Pfalz
Der Landesvorstand der Landjugend RheinhessenPfalz (v.l.n.r.): Nico Hohlreiter, Luis Burgard, Vera Keller, Marie-Christin Willems, Christina Fischer, Kristin Antweiler, Simon Gallé, Maren Kopp, Katharina Rößler, Tobias Füge und Ricarda Günther

Versorgung mit heimischen Grundnahrungsmitteln durch Zikaden gefährdet Bauernverband fordert vom BMEL konkrete Maßnahmen statt Vertröstungen

(DBV) Die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade entwickelt sich zu einer ernsthaften Bedrohung für die Versorgung mit heimischen Grundnahrungsmitteln. Beim jüngst stattgefundenen Runden Tisch im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurden zwar die grundsätzlichen Probleme erkannt, konkrete Zusagen für kurzfristige Maßnahmen blieben jedoch aus. Das Ministerium verwies stattdessen primär auf langfristige Lösungsansätze wie integrierte Züchtung und eine veränderte Fruchtfolgegestaltung.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, kritisiert diese zögerliche Haltung des Ministeriums in aller Deutlichkeit: „Man hat offensichtlich den Ernst der Lage nicht erkannt. Wir brauchen jetzt Lösungen für 2025 und die können kurzfristig nur in der Notfallzulassung von wirksamen Pflanzenschutzmitteln liegen.“

„Die Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs“, warnt Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftlichen Verbandes (RLV) und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rübenbauverbände (ADR). „Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, gefährden wir nicht nur die Zuckerversorgung, sondern durch die Ausbreitung der Zikade auf Kartoffeln und vielen Gemüsekulturen auch die Grundversorgung der Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln. Die Zeit für lange Diskussionen ist nicht vorhanden – wir brauchen jetzt pragmatische Lösungen!“

Die von der Zikade übertragenen Krankheitserreger – ein Stolbur-Erreger sowie ein Proteobakterium – führen bereits jetzt zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten. Allein bei Zuckerrüben stieg die betroffene Fläche von 40.000 Hektar im Jahr 2023 auf mindestens 75.000 Hektar im vergangenen Jahr. Das entspricht etwa 20 Prozent der deutschen Rübenanbaufläche. Besonders betroffen sind die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Auch die Vertreter der Kartoffelbranche wiesen auf die Bedeutung schnellen Handelns hin: Mehr als die Hälfte der in Deutschland erzeugten Kartoffeln wird zu wichtigen Grundnahrungsmitteln verarbeitet. Diese Mengen können nicht durch Importe ersetzt werden. Die vom BMEL ins Feld geführten langfristigen Lösungsansätze seien zwar fachlich korrekt, ignorierten aber die Notwendigkeit kurzfristiger Maßnahmen zur Sicherung der Lebensmittelversorgung aus heimischer Produktion.

Die Branchenverbände haben ihre fachliche Unterstützung zugesagt und treiben bereits eigeninitiativ Forschungsprojekte voran. Sie erwarten nun vom BMEL ein ausgewogenes Maßnahmenpaket, das sowohl kurzfristige als auch langfristige Lösungen umfasst.